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Healthy sleep

Intelligent leben, heißt intelligent schlafen. Klingt zwar leichter gesagt als getan, ist aber enorm wichtig, denn in unserer von Hektik geprägten Zeit genügt „ein reines Gewissen" allein nicht mehr.

Für einen gesunden und vor allem erholsamen Schlaf gibt es genügend Strategien und Verhaltensweisen, die vernünftig und unumstritten sind, ohne dass man mehr oder weniger guten Ratschlägen blind folgt. Niemals zuvor in der Geschichte wird soviel intensive Schlafforschung betrieben, denn gesunder Schlaf ist genauso nötig wie gesunde Ernährung. Das Problem ist, dass viele Menschen ihren Schlaf nicht wichtig genug nehmen. Wem es aber ernst mit seiner Leistungsfähigkeit tagsüber ist, der muss auch an einen ausgewogenen Schlaf denken.

Schlafstörungen sind ein häufiges Phänomen unserer Zeit. Hier nun einige Vorschläge wie man - immer voraus gesetzt, es handelt sich nicht um eine gesundheitliche Störung - dieses Problem in den Griff bekommt. Praktische Konsequenzen ergeben sich für die Schlaf-Psycho-Hygiene oft durch einfache Dinge, die immer noch nicht genügend Beachtung finden. Beginnend von der Lage des Schlafzimmers, bis hin zur richtigen Möblierung. Besonders gefährlich erweist sich infolge unpsychologischer Planung derzeit die so häufig anzutreffende Störung durch unnatürlich technische Sinnesreize. Diese ständige Belastung führt oftmals unbemerkt zu einem zermürbenden Stress. Was jeder Schläfer nachts braucht ist Schutz, Sicherheit, Erholung und Entspannung.

Sorgen sind Schlafkiller

Schlaf umfasst ein Drittel unseres Lebens. Fast ein Viertel der Österreicher leidet unter Schlafstörungen. Gründe dafür gibt es viele - und die meisten liegen davon in unserem Lebensstil, der seinen Tribut fordert. Stress, Zeitknappheit, Sorgen und eine insgesamt gesunde Lebensweise zählen wohl zu den am meisten verbreiteten Ursachen. Wir denken an unsere Probleme, wenn wir eigentlich an den Schlaf denken sollten. Das ist genauso wenig sinnvoll, als versuchten wir - um Zeit zu sparen - uns abzutrocknen, bevor der vorüber ist. Sorgen sind nun einmal die Übeltäter, denn ehe man sich's versieht, hat man sich Schlafstörungen antrainiert.

Was schlägt die moderne Medizin also vor? In erster Linie: abschalten. Sich vor dem Schlafengehen von allen störenden Dingen fernhalten. Das klingt zwar selbstverständlich, doch es ist erstaunlich, wie oft sich Menschen vor dem Zubettgehen noch aufregen, sich ärgern oder Sorgen machen. Zum Beispiel sich einen aufregenden Krimi oder die Spätnachrichten anschauen und sich dann wundern, wenn sie nicht schlafen können.

Die Einrichtung

 Ein Vorschlag zur vernünftigen Planung wäre, jede Übermechanisierung zu vermeiden. Muss denn wirklich soviel Elektrik sein? Ein Blumenfenster oder ein Gummibaum im Eck sind als Ausgleich zu wenig. Je mehr Kontakte mit natürlichen Materialien, umso besser. Das wohl wichtigste ist das Bett. Der Spruch „Wie man sich bettet, so liegt man" ist zwar nicht neu, hat aber von seiner Gültigkeit nichts verloren. Sparen Sie daher im Rahmen Ihrer Möglichkeiten nicht bei der Anschaffung. Die Natur will es so, dass wir uns im Schlaf richtig erholen und das gelingt nur, wenn wir richtig liegen. Es genügt nicht, dass ein Bett „nur" schön ist, wenn dies auch kein Fehler ist. Entscheidend ist das Innenleben. Lattenrost und Matratze sind Zwillinge, die aufeinander abgestimmt werden müssen. Auch weder zu hart noch zu weich ist der Weisheit letzter Schluss. Denken Sie an Ihre Wirbelsäule. Das sind 24 Wirbel aufeinander getürmt, Muskel und Muskelbänder müssen sie aufrecht halten, Bandscheiben zwischen den Wirbeln sind dann die Stoßdämpfer. Werden diese tagsüber belastet, verlieren die Bandscheiben ihr Volumen und die Elastizität wird vermindert. Erst wenn man am Morgen um zwei Zentimeter größer ist, liegt man korrekt. Auch wenn Ihnen das alles zu kompliziert erscheint, denken Sie daran, dass wir immerhin durchschnittlich vier Monate des Jahres im Bett verbringen.

Das richtige Klima

 Kunststoffe behindern die Feuchtigkeitsregulierung. Die Risiken eines Giftcocktails im Schlafzimmer werden zu wenig ernst genommen. Das beginnt bei der falschen Möbelauswahl und endet bei ungenügender Lärm- und Schalldämmung. Wer bei der Wahl des Baumaterials mitreden kann, ist fein raus, aber auch bei bestehenden Objekten können nachträgliche Verkleidungen äußerst attraktiv sein.

Je kälter, umso gesünder - stimmt das? Vielleicht, weil sich Speisen im Kühlschrank länger frisch halten. Schön wär's, aber es funktioniert nicht. Ein physikalisches Gesetz verlangt, dass die Schlaftemperatur nicht unter 15 Grad Celsius betragen soll. Die Luftfeuchtigkeit soll knapp unter 50 Prozent liegen. Als ideales Klima empfindet der menschliche Organismus ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Luftfeuchtigkeit und Temperatur. Einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Raumluft nehmen auch die Textilien ein. Hier gilt es ganz besonders, zuviel Chemie zu vermeiden.

Nun sind die Schlafgewohnheiten so verschieden wie die Menschen selbst. Jedoch einzelne Grundsätze zu beherzigen wäre bestimmt nicht falsch. Auch wenn die Praxis manchmal etwas anders aussieht als die vorgegebene Theorie. Die Schlafpsychologie - richtig angewendet - ist kaum Sache des Preises, sondern ausschließlich Sache jeder einzelnen individuellen Persönlichkeit.

Text: Dr. Elisabeth Dolzer

Nachweis: besser wohnen - österreichische Wohnzeitschrift Nr. 5 / Mai 2007

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